Stephan Weil und Thomas Oppermann bei Exide

Foto: Karl Heinz Bleß
 

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzender Thomas Oppermann haben gestern zusammen mit Bürgermeister Dr. Thomas Gans den größten Arbeitsgeber in Bad Lauterberg besucht: Exide Technologies. Sie ließen sich von Werkleiter Aleksandar Mijovič und Karsten Kurz, Manager für Umweltangelegenheiten in Europa, über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Batterieherstellers informieren. Dabei spielten die E-Mobilität und die Energiewende eine große Rolle.

 
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Begrüßungsbildschirm im Eingangsbereich

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Werkleiter Aleksandar Mijovič, der seit April 2017 in Bad Lauterberg ist, begrüßt die Gäste: Thomas Oppermann, Barbara Rien, Stephan Weil und Bürgermeister Thomas Gans.

Exide beschäftigt derzeit in Bad Lauterberg fast 800 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Stephan Weil zeigte sich „schwer beeindruckt“, dass es eine solch große Fabrik in Bad Lauterberg gibt, die bei der Energiewende eine Schlüsselrolle spielt. Ähnlich überrascht von der Leistungsfähigkeit des Herstellers für Industrie- und Antriebsbatterien zeigte sich Thomas Oppermann. Die Energiewende wird ohne Bleibatterien nicht funktionieren, erfuhren die Gäste. Deshalb habe die Batterieproduktion bei Exide Technologie in Bad Lauterberg eine große Zukunft.

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Gespannt und interessiert ließen sich die SPD-Politiker von der Werksführung bei Exide über die wirtschaftliche Situation informieren.

Gerade hat Exide die Produktion ausgeweitet und die Zahl der Mitarbeiter von 750 auf fast 800 gesteigert, wie Werkleiter Aleksandar Mijovič erklärte. Es sind vor allem Antriebsbatterien für Gabelstapler sowie Industriebatterien für Kraftwreke und Krankenhäuser, die hier produziert werden.

Als Sonderbereich komme noch der U-Boot-Elektroantrieb dazu. Die größten Batterien, die in Bad Lauterberg hergestellt werden, werden für U-Boote benötigt. „Wie ist die Batterieproduktion in den Harz gekommen?“, fragte Weil und gab damit das Stichwort für einen historischen Rückblick des Werkleiters. Auch Oppermann wunderte sich, dass die Energieversorgung für U-Boote ausgerechnet im Harz angesiedelt ist. Die Ansiedlung ist geschichtlich begründet. Schon im Zweiten Weltkrieg gab es auf dem Gelände Rüstungsindustrie. Und im Harz wurde Blei gewonnen.

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In Werk I erläutert Sebastian Wilfert (l.) ein Produktionsverfahren dem Ministerpräsidenten Stephan Weil, Thomas Oppermann und Dr. Thomas Gans. Rechts daneben Werkleiter Aleksandar Mijovič und Kreistagsabgeordnete Barbara Rien.

Exide Technologie in Bad Lauterberg verbraucht derzeit nach Angaben von Mijovič jeden Monat durchschnittlich 3 600 Tonnen Blei, das in eigenen Hütten in Spanien und Portugal aus alten Bleiplatten gewonnen werde.

Bei der Werksbesichtigung ging es auch um Investitionen. Seit 2014 hat Exide rund 25 Millionen Euro in Bad Lauterberg investiert, in den kommenden zwei Jahren sind weitere Investitionen von 5,6 Millionen Euro geplant. So soll eine neue Lagerhalle entstehen.

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In der Produktion: Uwe Fuchs (dunkle Jacke) erläutert die Abläufe im Werk II. V.l. Thomas Oppermann, Stephan Weil, Werkleiter Aleksandar Mijovič, Thomas Gans und Uwe Speit

Doch das Genehmigungsverfahren ist langwierig, wie Stephan Weil und Thomas Oppermann erfuhren. Denn während in anderen Bundesländern Industriebauten oft unter das Baurecht fielen, stelle man sie in Niedersachsen eher unter das Gewerberecht, was längere Fristen im Verfahren nach sich ziehe. Gerade nach der großen Explosion in einer Chemiefabrik im niedersächsischen Ritterhude 2014, sei man hier sehr vorsichtig geworden. „Wir wollen aber nur eine Lagerhalle bauen. Unsere Gel-Batterien sind explosionsgeschützt. Das ist weltweit unser Alleinstellungsmerkmal”, sagte Kurz.

Hier schaltete sich der Ministerpräsident ein. Er bot der Firmenleitung an, sie solle ihm die „drei größten Ärgernisse” bei den Plänen schriftlich zukommen zu lassen. „Vielleicht geht etwas”, sagte er, ohne eine feste Zusage zu machen. „Ich habe ein Interesse daran, dass wir die Verfahren beschleunigen. Aber die Sicherheitsbelange stehen dabei natürlich im Vordergrund.”

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Wenn man die Produktion ausweitet, wird es schnell eng. Auf dem Gelände zwischen den Bergen ist die Expansion nicht ganz einfach. Trotzdem will Exide demnächst eine weitere Lagerhalle bauen. V.l.: Thomas Gans, Thomas Oppermann, Aleksandar Mijovic, Barbara Rien und Stephan Weil

 
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