Wo soll der Traumspielplatz gebaut werden?

 

In welchem Bereich des Kurparks soll der neue Spielplatz entstehen, für den der Kinderschutzbund Spenden sammelt? Mit dieser Frage beschäftigte sich in dieser Woche der SPD-Vorstand. Dazu waren als Gäste Carola Müller-Fohs vom Hotel Weber-Müller und Frank Seela vom Hotel Revita eingeladen.

 

Anlass war ein Ratsbeschluss im Oktober vergangenen Jahres, den die CDU-Ratsfraktion eingebracht hatte. Damit wurde die Verwaltung beauftragt, einen neuen Plan für die Umgestaltung des Kurparks zu erstellen. Ziel des neuen Plans ist es, den „Traumspielplatz“ nicht in der Nähe der Fitnessgeräte am ehemaligen Bahnhaltepunkt Kurpark zu errichten, sondern direkt vor dem Revita-Hotel. Was denken die Nachbarn darüber?

Beide Gäste waren alles andere als begeistert. Sie seien von dem Beschluss der Ratsmehrheit überrascht worden. Frank Seela drastisch: „Hier sind zwei Hotelbetriebe. Ich weiß nicht, warum man uns piesacken will.“ Dann erklärte er dies ausführlicher: Gerade in den Sommermonaten sei es schwieriger als sonst, Gäste zu bekommen. Denn man konkurriere mit den Seebädern. Dann kämen vor allem Gäste, die Ruhe suchten und sich verwöhnen lassen wollten. Deshalb habe das Hotel auch die Ruhezone direkt am Kurpark eingerichtet.

Kurpark mit Weber-MüllerFoto: Karl Heinz Bleß

Auch der Parkhotel Weber-Müller (rechts im Bild) liegt direkt am Kurpark, wo nach Plänen der CDU der neue Spielplatz gebaut werden soll.

Wenn nun ein Spielplatz in der Nähe sei, störe das diese ruhesuchenden Gäste. Denn von dem Spielplatz für Kinder bis zu 12 Jahren werde natürlich Lärm ausgehen. Die Gäste würden so reagieren: „Im Garten kann man nicht liegen!“ Sie würden nicht wiederkommen, so Seela. „Und das können wir uns nicht leisten. Hier wird uns das Leben schwer gemacht.“ Auf den Hinweis in der Diskussion, dass er beim alten Standort diesseits der Tennisplätze auch als Anwohner betroffen sei, weil sich dort sein Wohnhaus befindet, sagte er: „Das ist etwas anderes.“ Das sei nicht so schwerwiegend.

Carola Müller-Fohs brachte weitere Argumente gegen die Neuplanung vor: Neben dem „gewissen Geräuschpegel“ des geplanten Spielplatzes müsse man auch bedenken, dass die Fläche hier deutlich kleiner sei als am alten Standort. Die Oder sei viel näher und erhöhe die Gefahr für Kinder, ins Wasser zu fallen. Außerdem gebe es dann in diesem Bereich der Sebastian-Kneipp-Promenade ein erhöhtes Parkplatzproblem. Das gebe es beim alten Standort nicht, weil er fußläufig besser aus der Innenstadt zu erreichen sei. Außerdem gebe es Parkplätze am Kurhaus, falls Eltern ihre Kinder aus den Ortsteilen herbringen wollten.

SPD-VorstandssitzungFoto: Karl Heinz Bleß

SPD-Vorstandssitzung mit Gästen: v. l. Ingo Fiedler, Carola Müller-Fohs, Thomas Gans, Uwe Speit, Frank Seela, verdeckt Erika Engelke, Petra Schultheis, verdeckt Barbara Fiedler und Wilfried Große

Warum wollte also die Ratsmehrheit überhaupt eine Umplanung? Bürgermeister Dr. Thomas Gans erklärte, dass das Ziel der Neugestaltung des Kurparks war, mehr Leben in die Anlage zu bringen. Er wolle weg vom „Kurpark zum Anschauen“, bei dem man den Rasen nicht betreten dürfe, hin zum „Kurpark als Erlebnisfläche“. Dabei sei vor den Hotels eine Ruhezone vorgesehen, die Aktionen sollten an den Tennisplätzen stattfinden. Deshalb sei auch der neue Spielplatz vor den Tennisplätzen geplant gewesen, damit er schnell aus dem Stadtzentrum erreichbar sei. Nachdem es eine neue Mehrheit aus CDU und WgiR gebe, sei der Plan umgestoßen worden. Private Betreiber hätten am Tennisheim einen Pavillon errichtet und wollten auch den Minigolfplatz, der in den nächsten Wochen gebaut werden soll, betreiben. Das sei auch eine gute Sache. Nun wollten die Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen mehr Aktionen direkt vor den Pavillon holen, indem der neue Spielplatz, das Schachspiel und die Boulebahn zwischen Tennisplatz und Hotel gebaut werden. Dort ist auch der neue Spielplatz für kleinere Kinder entstanden und soll hier bleiben. Die Ruhezone solle nach Vorstellungen der Betreiber und der Ratsmehrheit vor dem Tennisplatz entstehen. Hier gibt es Pläne für ein Wohnhaus auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhaltepunktes Kurpark.

KurparkkarteFoto: Karl Heinz Bleß

Uwe Speit und Frank Seela vor dem bisherigen Kurparkplan

In der Diskussion stellte sich der Vorstand der SPD gegen diese neue Planung. Denn nach dem alten Plan wird der neue Spielplatz mit seiner deutlichen Nähe zur Innenstadt sicher besser angenommen werden, waren sich die Teilnehmer einig. Und die größeren Kinder, für die die Spielfläche gedacht sei, kämen alleine und brauchten keine elterliche Aufsicht. Wer zuerst an die Kinder denke, müsse die Stadtnähe bevorzugen.

Kurpark mit Armbad-PavillonFoto: Karl Heinz Bleß

Ruhezone des Revita-Hotels. Hinter der Hecke steht der Pavillon mit dem Kneipp-Armbad, ganz im Hintergrund ist zwischen den Bäumen der Pavillon am Tennisplatz zu erahnen.

Bürgermeister Gans versuchte in der Diskussion die Euphorie für einen „Traumspielplatz“ ein wenig zu bremsen. Als sich die Stadt bei radio ffn darum bemüht habe, sei es um 150 000 Euro gegangen. Zwar habe der Kinderschutzbund seiner Kenntnis nach beachtliche 22 000 Euro an Spenden gesammelt, die die Stadt sicher noch aufstocken werde. Trotzdem komme man damit nicht weit, denn Spielgräte im öffentlichen Bereich müssten zertifiziert sein. Und das sei teuer. Allein für ein Klettergerüst müsse man 20 000 Euro einplanen. Dazu könne man noch eingelagerte Spielgeräte aufbauen, die auf dem Schulhof der ehemaligen Lutterbergschule standen. Die seien noch vorhanden.                               

 
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