Ein „Knaller“ für die Ratssitzung

Foto: Karl Heinz Bleß
 

Für eine echte Sensation hat der Kinderschutzbund in der gestrigen Ratssitzung in Dreymanns Mühle gesorgt. Für den Traumspielplatz hat Bad Lauterberg den 1. Platz bei einem Wettbewerb des Spielgeräteherstellers Kompan gewonnen. Das bedeutet, dass die Firma 60 Prozent der Investitionssumme noch einmal drauflegt.

 

Als Ingo Fiedler zu Beginn der Ratssitzung beantragte, dass eine Diskussion um den Traumspielpark in die Tagesordnung mit aufgenommen wird, ahnte noch niemand, welche Sensation unter dem neuen TOP auf die Ratsmitglieder wartete. Auch die SPD nicht. Denn die Mehrheitsgruppe im Rat (CDU/WgiR) hatte soeben die Beschlussfassung über den Standort des Traumspielplatzes wieder von der Tagesordnung genommen. Die SPD wollte aber keine weitere Verzögerung und wollte die Diskussion und Information schon an diesem Tag.

Während der Ratssitzung erteilte Ratsvorsitzender Rolf Lange dann Janka Eckhardt, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Rederecht. Sie informierte umfassend über die Entstehung der Idee für einen Traumspielplatz im Kurpark vor gut drei Jahren bis heute. Alles begann ja mit einem Wettbewerb von radio ffn, bei dem ein Traumspielplatz zu gewinnen war. Damals hatte die Stadt bereits für den Standort Kurpark einen Bauantrag gestellt. Als Bad Lauterberg nicht zum Zuge kam, wollte der Kinderschutzbund mit Hilfe von Spenden aus der Stadt trotzdem den Traumspielplatz verwirklichen. 17 der 21 Ratsmitglieder bestätigten dem Kinderschutzbund schriftlich, ihn bei der Werbung für Spenden für einen Traumspielplatz zu unterstützen. 38.000 Euro sind inzwischen eingesammelt, weitere Spenden sind angekündigt. Der Bericht ließ keine Fragen offen.

Traumspielplatz DrohneFoto: Karl Heinz Bleß

Das Drohnenfoto entstand im April 2018. Seitdem fragen die Kinder ungeduldig, wann endlich der Spielplatz an dieser Stelle im Kurpark kommt.

Und dann kam es: Nach ihrem Bericht holte Janka Eckhardt einen weiteren Zettel hervor und sagte: „Heute um 13.35 Uhr rief Herr R. von der Firma Kompan an … Er teilte mir mit, dass wir mit unserer Bewerbung, für die wir auch das Drohnenfoto nutzten und dem, was wir mit unseren 200 Wörtern geschrieben haben, die Jury überzeugen konnten und den 1. Platz belegen bei der Ausschreibung. Sollten wir auf die anvisierte Investitionssumme von 50.000 Euro kommen, würde die Firma Kompan noch einmal 30.000 Euro obenauf packen.“

Damit hatte niemand gerechnet. Nur der Vorstand des Kinderschutzbundes war über die jüngste Entwicklung informiert. Janka Eckhardt sagte auch ganz deutlich, dass das Geld nur kommt, wenn der von den Kindern und dem Kinderschutzbund favorisierte Standort Kurpark zum Zuge kommt.

Leider konnte sich die Mehrheitsgruppe im Rat CDU/WgiR nicht zu einer Entscheidung durchringen und will eine Sondersitzung des Rates beantragen, um noch einmal über den Standort zu diskutieren. Die Begründung: „Wir wollen das Beste für unsere Kinder, denn sie sind unsere Zukunft.“

Selbst als Holger Thiesmeyer der Gruppe anbot, eine Sitzungsunterbrechung zu nutzen, damit sich die Gruppe noch einmal beraten könne, um sich eventuell „einen Ruck zu geben“ und dem Standort Kurpark zuzustimmen, blieb dies ungehört.

 
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