Geschichte der SPD Bad Lauterberg

Zusammengestellt von Gudrun Teyke

Das genaue Gründungsdatum des SPD-Ortsvereins ist nicht bekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass der Ortsverein so alt ist wie die SPD selbst (1863), weil nach mündlicher Überlieferung schon ein Delegierter des Fleckens Lauterberg am Gründungsparteitag der SPD in Eisenach teilnahm. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges spielte der Ortsverein aber keine große Rolle.

1914 löste sich der Ortsverein auf. Nach dem Kriege (1918) wurde er neu gegründet und nannte sich Sozialdemokratischer Wahlverein. Bei den ersten Kommunalwahlen nach dem Krieg erreichte die SPD mehr als zwei Drittel aller Stimmen.

Die frühen 20er Jahre waren geprägt von den Flügelkämpfen zwischen USPD (Unabhängige) und der MSPD (Mehrheits-SPD). Erst 1924 gelang die Vereinigung.

Drei Namen prägten die SPD während der Weimarer Republik:

* Jean Uebel, ihr Hauptredner und Ortsvereins-Vorsitzender (1924-33),
* Hermann Stopperich, der später (1949) als Abgeordneter in den ersten Deutschen Bundestag einzog,
* und der langjährige und sehr beliebte Bürgermeister August Stauf, der bis zur Machtergreifung Hitlers (1933) im Amt blieb.

Im März 1933 wurde die SPD verboten und fast alle Akten des Ortsvereins verbrannt. Einge Reste der Unterlagen wurden teils unter Lebensgefahr versteckt, letztlich gingen aber auch sie bis zum Kriegsende verloren. Die Genossen wurden verfolgt und mussten in den Untergrund. Treffen der Sozialdemokraten waren nur noch unter dem Deckmantel von Vereinen möglich (dem Arbeiter-Gesangsverein "Frohsinn", dem Arbeiter Rad- und Kraftfahrverein und dem Arbeiter-Samariterbund).

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1945) wurde Herrmann Stopperich von den Alliierten als SPD-Vorsitzender eingesetzt und bei der Neugründung dann auch von den Mitgliedern bestätigt. Im Herbst 1945 luden die beiden großen Linksparteien SPD und KPD zu Versammlungen ins Kurhaus ein. Es kamen 500 bzw. 400 Besucher. Beide Parteien kämpften um die Vorherrschaft in der Stadt. (Rechtsparteien gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht) Die "Rechten" schlossen sich 1946 vor der ersten Kommunalwahl zur FDP zusammen. Bei der ersten freien Wahl im September 1946 erhielten sie auf Anhieb 10 Sitze, die SPD 9 und die KPD 2. In dieser Zeit war der Zusammenhalt der "Linken" durch das gemeinsame Schicksal während des Dritten Reiches noch sehr groß und so wurde Herrmann Schletz (SPD) als 1. Bürgermeister gewählt.

1972 schlossen sich mit der Gebietsreform die Ortsvereine von Bad Lauterberg, Barbis, Bartolfelde und Osterhagen zu einem gemeinsamen Ortsverein zusammen. Er ist der einzige SPD-Ortsverein ohne (Unter-)Abteilungen und wird darum oft beneidet.

Bis heute ist es der SPD gelungen, ununterbrochen als stärkste Fraktion in den Rat einzuziehen. Seit dem 1. November 2011 stellt die SPD auch wieder den Bürgermeister.

Seit 1945 leiteten folgende Ortsvereins-Vorsitzende die Geschicke der Partei:

  • Hermann Stopperich
  • Hermann Schletz
  • Gerhard Richter
  • Rudolf Haase
  • Wilhelm Ahrens
  • Eberhard Kabitz
  • Willi Gruner
  • Robert Böttcher
  • Heiko Tietz
  • Holger Thiesmeyer
  • Ingo Fiedler
  • Uwe Speit

Eine uralte Fahne des Ortsvereins Bad Lauterberg befindet sich im Bundesarchiv der Partei in Berlin, eine weitere aus dem Ortsteil Barbis befindet sich noch im Besitz des Ortsvereins.