Gehrke, der als Softwareentwickler und Teamleiter in der Universitätsverwaltung Göttingen tätig ist, überzeugte die Genossinnen und Genossen mit einer kämpferischen Rede. In dieser kritisierte er den aktuellen Stillstand im Rathaus scharf und skizzierte eine Vision für ein aktives, zukunftsorientiertes Bad Lauterberg.
„Bad Lauterberg hat mehr verdient“
In seiner Bewerbungsrede machte Gehrke deutlich, dass er nicht als Verwalter, sondern als Gestalter ins Rathaus einziehen will. „Ich lebe seit über zehn Jahren hier. Die erste Hälfte war geprägt von Aufbruch und Schuldenabbau, die zweite Hälfte unter dem jetzigen Bürgermeister von Stillstand und rasant steigender Verschuldung“, so Gehrke. Er verwies darauf, dass nicht eines der Wahlversprechen des jetzigen Amtsinhabers umgesetzt wurde und es auch sonst nirgends vorangeht: „Zum Beispiel warten auch Feuerwehrleute aus Bad Lauterberg seit fünf Jahren auf eine tragfähige Lösung für ihr Gerätehaus. Da muss endlich etwas passieren. Das kann man doch nicht einfach aussitzen“, kreidete Gehrke an.
„Wir brauchen jetzt einen Bürgermeister, der aktiv in die Zukunft plant, Themenfelder zusammendenkt und gestaltet“, rief Gehrke den Mitgliedern zu. Sein Anspruch sei es, die Verwaltung wieder schlagkräftig aufzustellen und zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen. Nur wenn man auch attraktiv für Topkräfte sei, könne man langfristig handlungsfähig bleiben und mit zukünftigen Herausforderungen umgehen.
Demografischer Wandel als große Herausforderung
Einer der Schwerpunkte seiner Agenda ist die demografische Entwicklung. Gehrke warnte davor, den Kopf in den Sand zu stecken. Statt Kindergartenplätze „auf Kante zu nähen“ oder Planungen für Baugebiete im Sande verlaufen zu lassen, müsse Bad Lauterberg aktiv um junge Familien werben. „Wir steuern auf eine enorme Veränderung zu. Damit muss man umgehen – und zwar jetzt und nicht erst in acht Jahren“, betonte der zweifache Familienvater. Auch weitere Themen wie der stockende Glasfaserausbau, Leerstände, touristische Investitionen und eine überregionale Planung von Radwegen stehen auf seiner Agenda.
Landrat Marcel Riethig gratuliert zur Aufstellung
In seinem Grußwort betonte auch der Landrat Marcel Riethig, wie wichtig es ist, dass der Hauptverwaltungsbeamte einer Stadt nicht nur passiv auf äußere Umstände reagiere, sondern aktiv gestalte. Er wisse aus eigener Erfahrung, was für einen Einsatz und nachhaltiges Engagement es brauche, um Prozesse und Strukturen einer Verwaltung zu optimieren. „Mit Nils Gehrke habt ihr aber einen guten Kandidaten gefunden, dem ich es sofort zutraue, die notwendigen Impulse zu liefern. Insofern gratuliere ich euch allen und natürlich auch dir, lieber Nils, ganz herzlich zu deiner Kandidatur“, so Riethig zu den Anwesenden.
Der Kandidat
Nils Gehrke (37) ist verheiratet und Vater zweier Söhne. Der in Zorge aufgewachsene Politologe studierte an der Universität Duisburg-Essen und absolvierte seinen Master in Göttingen. Seit November 2021 gehört er bereits dem Rat der Stadt Bad Lauterberg an und führt den SPD-Ortsverein seit 2023 als Vorsitzender.
Mit der Wahl von Nils Gehrke setzt die SPD Bad Lauterberg auf einen Generationenwechsel und fachliche Kompetenz an der Verwaltungsspitze. „Lasst uns gemeinsam Bad Lauterberg wachrufen und endlich wieder aktiv vorwärtsblicken“, schloss Gehrke seine Rede unter dem Applaus der Anwesenden.